Amazon-Partnerprogramm: Lohnt sich PartnerNet für dich?
Kurz gesagt
Mit dem Amazon-Partnerprogramm kannst du Provisionen verdienen, wenn jemand über deinen speziellen Link bei Amazon einkauft. Wie hoch die Provision ausfällt, hängt von der Produktkategorie ab und liegt laut aktuellem Vergütungskatalog zwischen 0 und 6 Prozent. Du brauchst eigene Inhalte und eine passende Reichweite, denn für bloße Linklisten schaltet Amazon dich nicht dauerhaft frei.
Du schreibst abends einen Produkttest, drehst am Wochenende ein Video oder pflegst einen Instagram-Kanal? Dann bist du vielleicht schon auf die Idee gekommen, Amazon-Links einzubauen. Das klingt unkompliziert. Die Regeln sind trotzdem streng und die Einnahmen fallen oft kleiner aus, als Einsteiger erwarten.
Was ist das Amazon-Partnerprogramm?
Das Amazon-Partnerprogramm ist ein Affiliate-Programm, bei dem du Produkte empfiehlst und bei qualifizierten Käufen eine Vergütung erhältst. In Deutschland heißt es PartnerNet. Du meldest deine Website, App oder Social-Media-Seite an und setzt anschließend spezielle Links mit deiner Partnerkennung.
Klickt jemand auf einen solchen Link und kauft ein qualifiziertes Produkt, ordnet Amazon den Kauf deinem Konto zu. Die Vergütung wird auf Basis des qualifizierten Umsatzes berechnet. Versandkosten, Steuern und bestimmte weitere Beträge zählen laut Vergütungsregeln nicht zur Berechnungsgrundlage.
Das Modell passt zum Affiliate-Marketing, wenn du Produkte ohnehin in hilfreichen Inhalten besprichst. Möchtest du noch andere Anbieter einbinden? Dann kannst du mit einem bestehenden Artikel verschiedene Angebote vergleichen und testen, welche Partner zu deinem Thema passen. Achte dabei auf unabhängige Empfehlungen. Ein Link allein ist kein Grund, ein Produkt gut zu bewerten. Du brauchst keine eigenen Waren, musst keine Bestellungen verschicken und bearbeitest keine Retouren. Dafür bist du an Amazons Vorgaben gebunden. Amazon kann Teilnahmebedingungen und Provisionssätze anpassen.
PartnerNet eignet sich zum Beispiel für einen Blog mit Produkttests, einen öffentlich zugänglichen Video-Kanal oder eine Social-Media-Seite mit eigenen Inhalten. Eine anonyme Sammelseite mit kopierten Produktbeschreibungen ist keine gute Grundlage. Amazon erwartet eigene Beiträge, die auch ohne Werbelinks für Besucher nützlich sind.

Wie viel kommt dabei herum? Angenommen, ein qualifizierter Kauf bringt Amazon 50 Euro ohne Umsatzsteuer und Versand. Bei einem Satz von 3 Prozent wären es rechnerisch 1,50 Euro. Klingt nach wenig? Das ist es bei einzelnen Bestellungen oft auch.
Retouren, ausgeschlossene Produkte und nicht zugeordnete Käufe können die tatsächliche Gutschrift noch verringern. Ein tragfähiger Kanal braucht passende Inhalte und Besucher, die sich gerade mit dem Produkt beschäftigen. Wie lange dauert das? Das lässt sich nicht verlässlich vorhersagen, plane deshalb nicht mit einem bestimmten Monatsbetrag.
Was verdienst du 2026 und wie lange gilt der Link?
Die Vergütung im Amazon-Partnerprogramm richtet sich 2026 nach der Produktkategorie und beträgt je nach Kategorie 0 bis 6 Prozent. Der normale Zuordnungszeitraum dauert 24 Stunden ab dem Klick, doch eine rechtzeitig gefüllte Einkaufstasche kann länger berücksichtigt werden.
Amazon vergütet den qualifizierten Umsatz, nicht automatisch jeden Linkklick. Wenn jemand über deine Produktseite zu Amazon geht und ein Produkt derselben Kategorie kauft, gilt das als direkter Verkauf. Ein Kauf aus einer anderen Kategorie ist indirekt. Bei einem Link auf eine allgemeine Amazon-Seite sind Verkäufe laut Regelwerk indirekte Verkäufe.
Die folgende Übersicht fasst die deutschen Standardsätze zusammen. Amazon ordnet die einzelnen Produkte den Kategorien zu. Prüfe den aktuellen Vergütungskatalog, wenn du deine Inhalte planst, denn Kategorien und Sätze können sich ändern.
| Produktkategorie, Beispiele | Standardsatz 2026 |
|---|---|
| Amazon Fashion Eigenmarken, Bekleidung und Accessoires, Luxus, Schuhe, Handtaschen und Geldbörsen, Uhren | 6 % |
| Bücher, Kindle eBooks, Audible Hörbücher, Musik, Digitale Musik, Amazon Instant Video, Auto und Motorrad, Möbel, Wohnen, Baumarkt, Küche und Esszimmer, Schmuck, Handmade, Elektro- und Handwerkzeuge | 5 % |
| Beauty, Gepäck, Körperpflegegeräte, Sport und Fitness | 4 % |
| Haushaltsgroßgeräte, Fire TV Geräte, Mobile Elektronik | 2,5 % |
| Amazon Fresh, Lebensmittel, Vorratskammer, Spielkonsolen, Videospiele | 1 % |
| Android-Apps, Geschenkkarten, Kindle Unlimited, Coach Produkte, Wein | 0 % |
| Alle anderen Kategorien | 3 % |
Ein Beispiel hilft beim Einordnen. Angenommen, ein qualifizierter Buchverkauf bringt 20 Euro Erlös ohne Umsatzsteuer und Versand. Bei 5 Prozent wären das rechnerisch 1 Euro. Bei einem Videospiel mit 60 Euro Erlös und einem Satz von 1 Prozent wären es 60 Cent. Das sind Bruttowerte vor deinen eigenen Kosten und Steuern.
Wie lange bleibt ein Klick zugeordnet? Amazon startet eine Sitzung, wenn jemand deinen Partner-Link anklickt. Sie endet nach 24 Stunden oder schon früher, sobald der Kunde ein Produkt bestellt oder über einen fremden Partner-Link erneut zu Amazon kommt. Beginnt die Sitzung neu, nachdem der Kunde deinen Link nochmals anklickt, beginnt auch ein neues Zeitfenster.
Legt der Kunde ein Produkt während der 24 Stunden in den Warenkorb, kann der Kauf noch später vergütet werden. Laut Vergütungskatalog in den Programmrichtlinien muss die Bestellung spätestens 89 Tage nach dem ersten Klick abgeschlossen und das Produkt innerhalb von 180 Tagen nach dem Kauf versandt, heruntergeladen oder gestreamt und bezahlt sein. Ein Linkklick bedeutet also keine sichere Provision. Hat der Kunde später bestellt? Das allein reicht nicht, wenn Ware retourniert wird oder die Zuordnung an einen anderen Partner geht.
Vom Klick bis zur Auszahlung
- Klick auf deinen Link Eine Sitzung von 24 Stunden beginnt.
- Innerhalb der 24 Stunden Liegt das Produkt im Warenkorb, kann auch ein späterer Kauf zählen.
- Bis 89 Tage nach dem Klick Die Bestellung muss abgeschlossen sein.
- Bis 180 Tage nach dem Kauf Das Produkt ist versandt, heruntergeladen oder gestreamt und bezahlt.
- Rund 60 Tage nach Monatsende Amazon zahlt aus, sobald 25 Euro erreicht sind.
Ein Klick ist noch keine sichere Provision.
Für eine Auszahlung musst du eine Zahlungsart hinterlegen und die jeweilige Schwelle erreichen. Für ein deutsches Bankkonto nennt Amazon Banküberweisung und Amazon-Einkaufsgutschein. Die aktuelle Mindestschwelle beträgt für beide Wege 25 Euro. Amazon zahlt ungefähr 60 Tage nach Ende des Monats aus, in dem die Vergütung angefallen ist. Unterhalb der Schwelle werden Beträge gesammelt.
Wie meldest du dich an und wirst dauerhaft freigeschaltet?
Du meldest dich kostenlos mit deinen öffentlichen Inhalten an und wirst erst nach der Prüfung durch Amazon dauerhaft freigeschaltet. Dafür brauchst du mindestens drei qualifizierte Verkäufe innerhalb der ersten 180 Tage nach deiner Anmeldung. Bestellungen, die du selbst über deine Links tätigst, zählen nicht.
Amazon prüft nicht nur die Verkäufe. Das Team schaut sich die Websites, Apps oder Social-Media-Seiten an, die du in der Bewerbung angegeben hast. Die Inhalte sollen öffentlich erreichbar sein und eigene Informationen oder Einordnungen bieten. Amazon nennt mindestens zehn Beiträge als Faustregel, nicht als starre Garantie für eine Zusage.

Für eine Website verlangt Amazon aktuelle Inhalte, in der Regel aus den vergangenen 60 Tagen. Du musst die Website besitzen. Für soziale Netzwerke akzeptiert Amazon derzeit bestimmte Plattformen, darunter Instagram, YouTube, TikTok, Twitch, Twitter (heute X) und Facebook, dort aber nur öffentliche Gruppen- und Fanseiten, keine persönlichen Profile. Die Seite muss öffentlich zugänglich sein und eine substanzielle organische Anhängerschaft haben. Amazon nennt in den meisten Fällen mindestens 500 Follower oder Likes als Richtwert.
So gehst du vor:
- Bereite deine Seite vor. Veröffentliche hilfreiche eigene Inhalte und sorge dafür, dass Besucher die Seite ohne Anmeldung oder Bezahlschranke sehen können.
- Lege deine Werbeorte fest. Melde genau die Website oder Social-Media-Seite an, auf der du die Links tatsächlich einsetzen willst. Amazon prüft die angegebenen Seiten.
- Fülle die PartnerNet-Bewerbung aus. Gib deine Kontaktdaten, Zahlungsangaben und alle verwendeten Seiten korrekt an.
- Erstelle getaggte Partner-Links. Nutze die Linkwerkzeuge von PartnerNet, damit deine Kennung im Link enthalten ist.
- Kennzeichne die Empfehlung sichtbar. Setze den Werbehinweis direkt an den Inhalt oder Link und ergänze den von Amazon geforderten Partnerhinweis.
- Sammle qualifizierte Verkäufe. Erreiche innerhalb der ersten 180 Tage mindestens drei Verkäufe. Eigene Einkäufe und Käufe, die gegen Programmregeln verstoßen, zählen nicht.
- Warte die Prüfung ab. Amazon kontrolliert deine Inhalte und entscheidet, ob dein Konto zugelassen wird. Ein Verkauf allein garantiert keine Freischaltung. Hast du schon zehn Beiträge? Das ist laut Amazon nur eine Orientierung für ausreichenden Originalinhalt, keine feste Mindestzahl. Sind alle Beiträge öffentlich? Auch das prüft Amazon.
Amazon kann eine Bewerbung ablehnen. Bereite deine Website deshalb erst so vor, dass sie auch ohne Links vollständige und eigenständige Beiträge enthält. Mach keine dünnen Produktseiten nur für die Bewerbung. Wenn du verschiedene Affiliate-Programme vergleichst, beachte, dass jedes eigene Regeln zu Kanälen, Links und Auszahlungen festlegt.
Wo darfst du Amazon-Links einsetzen und wo nicht?
Du darfst Amazon-Links nur auf den von dir angemeldeten und zugelassenen Werbeorten einsetzen. Dazu gehören je nach Freigabe deine Website, eine zugelassene App oder deine angemeldete öffentliche Social-Media-Seite.
Amazon untersagt Partnerlinks in bestimmten Werbeformen. Veröffentliche die Links nicht auf beliebigen Websites oder in fremden Profilen. Die angegebene Website muss dir gehören oder eine ausdrücklich zulässige und angemeldete Seite sein. Du darfst auch niemanden mit einem Rabatt, Geld, Punkten oder einer Spende dazu bringen, deinen Link zu verwenden.
| Einsatzort oder Vorgehen | Was gilt? |
|---|---|
| Eigene Website mit Originalinhalten | Möglich, wenn du sie in der Bewerbung angibst und Amazon sie zulässt |
| Öffentliches Social-Media-Profil | Möglich auf von Amazon akzeptierten Plattformen, wenn das Profil angegeben ist |
| E-Mail, SMS oder Direktnachricht | Laut Amazon sind E-Mails, SMS und Direktnachrichten nur zulässig, wenn Empfänger sie ausdrücklich angefordert haben. Dabei gelten die übrigen Regeln. |
| Gedruckte Flyer, Briefe, E-Books oder mündliche Werbung | Amazon untersagt Offline-Werbung mit Partnerlinks und Markenmaterial |
| Browser-Erweiterung, Toolbar oder andere installierbare Software | Unzulässig, außer bei einer ausdrücklich genehmigten mobilen App |
| Suchmaschinenwerbung direkt zu Amazon | Unzulässig; Anzeigen müssen auf deine eigene Website führen, keine direkten oder automatischen Umleitungen zu Amazon |
| Eigene Bestellung über den Partner-Link | Nicht qualifiziert; auch Freunde, Familie und Beschäftigte darfst du nicht dazu auffordern |
| Produktpreise ohne zugelassene Datenquelle | Nicht zulässig; Preise und Verfügbarkeit darfst du nur über von Amazon bereitgestellte Links oder über die Creators API beziehungsweise PA API anzeigen |
| Amazon-Kundenrezensionen oder Sternebewertungen | Nur über die Creators API beziehungsweise PA API und nach deren Lizenzbedingungen |
Besonders tückisch ist bezahlte Suchmaschinenwerbung. Du darfst Anzeigen für deine eigene Website schalten, aber Amazon schließt Provisionen aus, wenn der Kunde über eine Suchmaschinenanzeige direkt oder über eine automatische Zwischenstation zu Amazon geleitet wird. Gebote auf Amazon-Markenbegriffe und Varianten davon sind ebenfalls tabu.
Kannst du Links auf jeder Plattform direkt setzen? Nein, die Freigabe muss zum angemeldeten Werbeort passen. Prüfe außerdem die Regeln des jeweiligen Kanals. Amazon-Freigabe ersetzt nicht die Richtlinien von Instagram, YouTube oder deinem Newsletter-Anbieter. Und umgekehrt reicht eine erlaubte Plattform nicht, wenn Amazon die konkrete Verlinkung untersagt.
Welche Vorteile und Nachteile hat PartnerNet im Vergleich?
PartnerNet bietet Zugang zu vielen Produkten und eine einfache Verlinkung, die Provisionssätze und strengen Vorgaben können aber Nachteile sein. Ob sich das Programm für dich lohnt, hängt davon ab, ob die Produkte zu deiner Zielgruppe passen und ob deine Inhalte Verkäufe auslösen.
| Vorteil | Nachteil |
|---|---|
| Viele Produktarten lassen sich über ein einziges Programm abdecken. | Die Provision ist je nach Kategorie niedrig oder liegt bei null. |
| Viele Leser kennen Amazon bereits und wissen, wie sie dort einkaufen. | Die Sitzung dauert regulär nur 24 Stunden. Ein späterer Kauf kann dir entgehen. |
| Die Linkwerkzeuge und Berichte sind im PartnerNet gebündelt. | Amazon entscheidet über qualifizierte Verkäufe, Kategorien und Programmregeln. |
| Du musst keine eigenen Produkte lagern, verschicken oder retournieren. | Mindestens drei qualifizierte Verkäufe in 180 Tagen sind nötig, bevor Amazon die Bewerbung prüft. |
| Du kannst konkrete Produktempfehlungen mit erklärenden Inhalten verbinden. | Auszahlungen folgen einer Mindestschwelle und kommen zeitversetzt. |
Denk auch an die Zuordnung. Provisionen auf Marktplatzkäufe entstehen nur dann, wenn Amazons Tracking den Kauf deinem Link zuordnet. Ein Einkauf kann aus der Zuordnung fallen, wenn der Kunde einen anderen Partnerlink anklickt, das Produkt zurückschickt oder eine Regel verletzt wurde. Einnahmen lassen sich daher nicht einfach aus Klicks hochrechnen.
Vergleiche deshalb nicht nur den Prozentsatz. Schau dir an, ob ein anderes Programm dieselbe Zielgruppe bedient, welche Laufzeit für die Zuordnung gilt und wie zuverlässig die Produkte zu deinen Inhalten passen. Bei einem teuren Spezialprodukt kann eine andere Partnerschaft deutlich besser passen. Amazon kann dafür bei alltäglichen Empfehlungen einfacher sein.
Was gilt bei Steuern, Gewerbe und Pflichtangaben?
Provisionen aus dem Amazon-Partnerprogramm sind Einnahmen, die du steuerlich erfassen musst. Wer die Tätigkeit planmäßig, selbstständig und mit Gewinnerzielungsabsicht betreibt, übt häufig ein Gewerbe aus. Die genaue Einordnung hängt von deiner Tätigkeit ab.
Gewerbe anmelden und steuerlich erfassen
Wenn deine Tätigkeit als Gewerbe einzuordnen ist, musst du den Beginn nach § 14 GewO bei der zuständigen Gemeinde anzeigen. Die Gewerbeanmeldung erfolgt grundsätzlich gleichzeitig mit dem Beginn des Gewerbes. Das Finanzamt erwartet außerdem den elektronischen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung innerhalb eines Monats nach Tätigkeitsaufnahme. Das geht über ELSTER.
Dein Gewinn zählt grundsätzlich zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb nach § 15 EStG. Dafür ermittelst du deine Einnahmen und betrieblichen Ausgaben und gibst sie in der Steuererklärung an. Gewerbesteuer kann zusätzlich anfallen. Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften gilt ein Freibetrag von 24.500 Euro Gewerbeertrag nach § 11 GewStG.
Bei der Umsatzsteuer kannst du 2026 unter den Voraussetzungen der Kleinunternehmerregelung des § 19 UStG steuerfreie Umsätze haben. Dafür darf der Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr 25.000 Euro nicht überschritten haben und im laufenden Kalenderjahr 100.000 Euro nicht überschreiten. Diese Grenzen beziehen sich auf den Gesamtumsatz, nicht auf deinen Gewinn. Details zur Einordnung und Erklärung findest du bei Steuern im Kleingewerbe. Bei Fragen zu deiner Situation helfen dir eine Steuerberatung oder dein Finanzamt.
Für amazon.de ist dein Vertragspartner laut Teilnahmebedingungen die Amazon Europe Core S.à r.l. in Luxemburg. Deine Provision ist dann in der Regel eine Leistung an ein Unternehmen im EU-Ausland, ihr Leistungsort liegt nach § 3a Abs. 2 UStG in Luxemburg und die Steuer schuldet dort Amazon selbst (Reverse-Charge-Verfahren, also Umkehr der Steuerschuld). Solche im Inland nicht steuerbaren Umsätze zählen nach § 19 Abs. 2 UStG nicht zum Gesamtumsatz für die Kleinunternehmergrenzen. Bist du regelbesteuert, meldest du diese Provisionen zusätzlich in der Zusammenfassenden Meldung nach § 18a UStG, für Kleinunternehmer gilt diese Pflicht nicht.
Werbung kennzeichnen und Amazon-Hinweis ergänzen
Kennzeichne Partnerlinks so, dass Besucher direkt erkennen, dass du daran verdienen kannst. § 5a Absatz 4 UWG verbietet das Verschweigen eines kommerziellen Zwecks, wenn er sich nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt und eine geschäftliche Entscheidung wie den Kauf beeinflussen kann. Schreibe zum Beispiel „Werbung“ oder „Anzeige“ unmittelbar an den Link oder die Empfehlung. Ein allgemeiner Hinweis weit unten auf der Seite ist für einzelne Links zu leicht zu übersehen.
Pflichten-Check für deine Partnerlinks
- „Werbung“ oder „Anzeige“ steht direkt am Link oder an der Empfehlung.
- Der Amazon-Partnerhinweis ist auf deiner Website klar und deutlich sichtbar.
- Dein Impressum ist leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar.
- Bei einem Gewerbe ist der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung innerhalb eines Monats über ELSTER verschickt.
- Ein allgemeiner Hinweis weit unten auf der Seite soll für alle Links reichen.
- Der Amazon-Hinweis soll die Kennzeichnung am einzelnen Link ersetzen.
Werbehinweis am Link und Amazon-Hinweis brauchst du beide.
Amazon verlangt zusätzlich auf deiner Website den klar und deutlich sichtbaren Hinweis „Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen“ oder einen im Wesentlichen ähnlichen Satz. Bei nutzergenerierten Social-Media-Inhalten muss diese Erklärung mit deinem Konto verbunden sein. Der Amazon-Hinweis ersetzt keine Werbekennzeichnung direkt am einzelnen Partnerlink.
Impressum und Datenschutz
Eine geschäftsmäßige Website braucht regelmäßig die Anbieterinformationen nach § 5 DDG. Dazu gehören unter anderem Name, Anschrift und eine Möglichkeit zur schnellen elektronischen Kontaktaufnahme. Sie müssen leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar sein. Welche Angaben auf deine Website gehören, erklärt der Beitrag zur Impressumspflicht.
Wenn du auf deiner Website Analyse- oder Werbetracking einsetzt, prüfe zusätzlich Datenschutz und Einwilligungen. Auch Amazon verlangt, dass du die Nutzung von Cookies und anderen Technologien korrekt offenlegst und geltendes Datenschutzrecht einhältst. Welche Pflichten im Einzelfall greifen, hängt von deinen technischen Werkzeugen ab.
Häufige Fragen
Hier findest du kurze Antworten auf Fragen, die beim Einstieg in PartnerNet oft auftauchen. Einzelheiten können sich ändern, lies deshalb vor der Anmeldung die aktuellen Bedingungen.
Wie viel zahlt das Amazon-Partnerprogramm pro Verkauf?
Der Satz hängt von der Produktkategorie ab und liegt 2026 zwischen 0 und 6 Prozent, für alle nicht eigens genannten Kategorien bei 3 Prozent. Für manche Produkte, etwa Geschenkkarten, Android-Apps und Kindle Unlimited, liegt er bei null. Entscheidend ist die aktuelle Zuordnung im Vergütungskatalog.
Wie lange ist ein Amazon-Affiliate-Link gültig?
Die übliche Sitzung dauert 24 Stunden ab dem Klick und endet früher, wenn der Kunde bestellt oder über den Link eines anderen Partners zu Amazon gelangt. Legt der Kunde ein Produkt rechtzeitig in den Warenkorb, kann ein späterer Kauf noch qualifiziert sein. Die Bestellung muss laut Teilnahmebedingungen spätestens 89 Tage nach dem ursprünglichen Klick abgeschlossen werden.
Wie viele Verkäufe brauche ich für die Freischaltung?
Amazon prüft deine Bewerbung, nachdem du innerhalb der ersten 180 Tage mindestens drei qualifizierte Verkäufe erzielt hast. Eigene Bestellungen zählen nicht. Außerdem müssen deine angemeldeten Seiten die inhaltlichen Anforderungen erfüllen.
Kann ich mit einem privaten Instagram-Profil teilnehmen?
Amazon verlangt ein öffentlich zugängliches Profil auf einer akzeptierten Plattform und bewertet, ob es genug eigene Inhalte und organische Reichweite bietet. Private Profile oder versteckte Beiträge sind ungeeignet. In den meisten Fällen nennt Amazon mindestens 500 Follower oder Likes als Richtwert.
Darf ich Amazon-Links im Newsletter verschicken?
Amazon erlaubt Links in E-Mails nur, wenn die Empfänger die Nachrichten ausdrücklich angefordert oder abonniert haben und du die Teilnahmebedingungen einhältst. Auch die rechtlichen Regeln für Werbe-E-Mails gelten. Kennzeichne den kommerziellen Zweck klar.
Muss ich Amazon-Affiliate-Einnahmen versteuern?
Ja, Einnahmen aus qualifizierten Verkäufen gehören in deine steuerliche Erfassung und können zu gewerblichen Einkünften zählen. Gewerbe, Einkommensteuer und Umsatzsteuer sind getrennte Fragen. Lass deine konkrete Situation steuerlich prüfen, wenn du unsicher bist.
Wann zahlt Amazon meine Provision aus?
Amazon zahlt ungefähr 60 Tage nach Ende des Monats, in dem die Vergütung angefallen ist. Für ein deutsches Bankkonto liegt die Mindestschwelle bei 25 Euro, ebenso beim Amazon-Einkaufsgutschein. Beträge unterhalb der Schwelle werden zunächst gesammelt.
Dein nächster Schritt
Was kannst du heute tun? Öffne deine Website oder dein Profil und prüfe, ob dort schon genug eigene, öffentlich erreichbare Inhalte stehen. Wenn ja, ergänze eine passende Produktempfehlung mit sichtbarem Werbehinweis und lies vor der Anmeldung die aktuellen Regeln im PartnerNet.
Quellen
- Standard-Vergütungskatalog für das Partnerprogramm (abgerufen am 20.10.2026)
- Richtlinien für das Partnerprogramm (Stand 14. April 2026) (abgerufen am 20.10.2026)
- Einstellung von Zahlungsschwellen (abgerufen am 20.10.2026)
- Überprüfungsverfahren für Bewerbungen (abgerufen am 20.10.2026)
- Welche Zahlungsmethoden gibt es? (abgerufen am 20.10.2026)
- Teilnahmebedingungen des Partnerprogramms (abgerufen am 20.10.2026)
- Kennzeichnung von Partnerlinks (abgerufen am 20.10.2026)
- § 5a UWG (abgerufen am 20.10.2026)
- § 5 DDG (abgerufen am 20.10.2026)
- § 14 GewO (abgerufen am 20.10.2026)
- § 15 EStG (abgerufen am 20.10.2026)
- § 11 GewStG (abgerufen am 20.10.2026)
- § 19 UStG (abgerufen am 20.10.2026)
- § 3a UStG (abgerufen am 20.10.2026)
- § 18a UStG (abgerufen am 20.10.2026)
- Unternehmen gegründet oder selbständig gemacht? (abgerufen am 20.10.2026)