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Feierabend-Business

Wie funktioniert Dropshipping und lohnt es sich?

Maria Lengemann Stand: Oktober 2026 17 Min. Lesezeit

Gestapelte Versandkartons mit Seidenpapier und Paketschnur als Sinnbild für Onlinehandel per Dropshipping.

Kurz gesagt

Dropshipping ist ein Onlinehandel, bei dem dein Lieferant die Ware direkt an deinen Kunden verschickt. Du verkaufst in deinem eigenen Namen und bleibst für den Kaufvertrag, den Kundenservice und die gesetzlichen Händlerpflichten verantwortlich. Ein eigenes Lager brauchst du nicht, aber Zeit für Produktauswahl, Verkauf, Rückfragen und Reklamationen. Ob sich das neben dem Job lohnt, hängt vor allem von deiner Marge und deinem Aufwand ab.

Du hast vermutlich schon den Satz gehört: Shop eröffnen, Produkte einstellen, Lieferant verschickt. Klingt nach einem einfachen Nebenprojekt für den Feierabend. Doch wer antwortet, wenn das Paket nicht ankommt? Wer erstattet das Geld, wenn die Ware mangelhaft ist? Beim Dropshipping bist du für deine Kunden der Händler. Genau da beginnt die Arbeit.

Wie funktioniert Dropshipping?

Beim Dropshipping verkaufst du Produkte, die ein Lieferant lagert und nach einer Bestellung direkt an deinen Käufer versendet. Dein Shop nimmt die Bestellung und das Geld an, der Lieferant erhält von dir einen Auftrag und bereitet das Paket vor. Der Kunde kauft aber bei dir, nicht bei deinem Lieferanten.

Der Ablauf sieht meistens so aus:

  1. Du wählst ein Produkt und vereinbarst Einkaufspreis, Versand, Lagerbestand und Rückgabeprozess mit einem Lieferanten.
  2. Du erstellst ein Angebot in deinem Shop oder auf einem Marktplatz und legst deinen Verkaufspreis fest.
  3. Ein Kunde bestellt und bezahlt bei dir.
  4. Du übermittelst die Bestellung an den Lieferanten und bezahlst dessen Rechnung.
  5. Der Lieferant verpackt und verschickt die Ware an deinen Kunden.
  6. Du kümmerst dich um Lieferfragen, Widerruf, Reklamationen und Rückzahlungen.

Der Lieferant verschickt zwar das Paket. Das macht ihn nicht automatisch zum Vertragspartner deines Kunden. Du bist die Ansprechperson, die auf der Rechnung, im Impressum und in den Bestellinformationen steht. Ist die Ware falsch oder bleibt sie unterwegs hängen, kann dein Kunde sich an dich wenden.

Hände legen einen Lieferschein in einen Versandkarton als Bild dafür, dass du beim Dropshipping als Händler für die Bestellung verantwortlich bleibst.

Es gibt verschiedene Varianten. Manche Lieferanten sitzen in Deutschland oder einem anderen EU-Land und versenden aus einem Lager dort. Andere versenden aus einem Drittland direkt an Käufer in der EU. Beim sogenannten Print-on-Demand wird ein Produkt außerdem erst nach der Bestellung bedruckt oder gestaltet. Wenn du das abwägen willst, hilft der Vergleich mit Print-on-Demand.

Was sparst du dir? Den Einkauf eines großen Vorrats und die Lagerfläche. Was bleibt bei dir? Die Kosten für Shop, Werbung, Zahlungsabwicklung, Kundenservice und gesetzliche Pflichten. Dazu kommt das Risiko, dass eine Produktbeschreibung stimmt, der tatsächliche Artikel aber enttäuscht. Teste deshalb Muster und bestelle selbst, bevor du etwas anbietest.

Warum ist Dropshipping neben dem Job schwieriger, als es klingt?

Dropshipping ist neben dem Job oft schwieriger als erwartet, weil du zwar den Versand auslagerst, aber Verkauf und Kundenservice selbst organisierst. Bestellungen können abends eintreffen, Lieferprobleme auch. Eine Automatisierung kann Daten an den Lieferanten senden. Sie beantwortet aber keine Nachricht von einem Kunden, der seit Tagen auf sein Paket wartet.

Die größte Baustelle ist häufig die Kundengewinnung. Ein Produkt im Shop ist noch kein Angebot, das Käufer finden. Du brauchst einen klaren Grund, warum jemand gerade bei dir bestellt. Wenn viele Shops dieselbe Ware mit ähnlichen Bildern anbieten, kann ein niedriger Preis verlockend wirken. Dann bleibt aber oft wenig übrig, um Werbung, Rücksendungen und deine Zeit zu bezahlen.

Auch die Lieferzeit zählt. Liegt die Ware bei einem ausländischen Lieferanten, kann die tatsächliche Dauer von dem abweichen, was dein Shop verspricht. Eine Sendungsverfolgung hilft nur, wenn sie aktuell ist. Ist der Artikel plötzlich ausverkauft, musst du den Kunden informieren und gegebenenfalls den Kaufpreis erstatten. Du kannst den Ärger nicht einfach an deinen Lieferanten weiterreichen.

Was bedeutet das für deine Feierabendplanung? Du brauchst feste Zeit für Nachrichten, Bestellkontrolle und Buchhaltung. Legst du Werbung am Tag an, wenn du arbeitest, musst du trotzdem einen erreichbaren Weg für dringende Fälle haben. Setze klare Servicezeiten und schreibe realistische Lieferzeiten in dein Angebot.

Was auf den ersten Blick einfach aussieht Was du in der Praxis organisierst
Du brauchst kein eigenes Lager Du musst Lieferbestand und tatsächliche Lieferzeit prüfen
Der Lieferant packt das Paket Du klärst, wer für Verpackungspflichten zuständig ist
Der Shop nimmt Bestellungen an Du beantwortest Fragen und bearbeitest Widerrufe
Ein Produkt kostet wenig im Einkauf Gebühren, Werbung und Rücksendungen mindern deine Marge
Der Lieferant sitzt im Ausland Du klärst Versand, Einfuhr, Umsatzsteuer und Zoll vorab

Setz nicht auf ein breites Sortiment, nur weil sich Produkte schnell einstellen lassen. Jedes zusätzliche Produkt braucht eine saubere Beschreibung, geprüfte Lieferdaten und einen Plan für Rückfragen. Eine kleine Auswahl ist leichter im Blick zu behalten. Wenn du erst nach einem passenden Modell suchst, lies auch, wie du ein Online-Business starten kannst.

Welche Pflichten hast du als Händler?

Als Dropshipping-Händler gelten für dich die üblichen Regeln für den gewerblichen Onlinehandel. Der Kunde schließt den Kaufvertrag mit dir. Deshalb bist du für gesetzliche Informationspflichten, Widerrufe, Mängel und sichere Produktangebote verantwortlich, auch wenn dein Lieferant den Artikel verschickt.

Infografik zu den Pflichten als Dropshipping-Händler: Mängelhaftung zwei Jahre bei neuer Ware, Widerruf 14 Tage ab Erhalt der Ware, Produktsicherheit mit Hersteller- und Warnangaben, Verpackungsrollen klären und LUCID prüfen, Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung.

Wer haftet bei mangelhafter Ware?

Bei einem Mangel muss dein Kunde seine gesetzlichen Rechte gegen dich als Verkäufer geltend machen. Nach §§ 434 und 437 BGB kommt es darauf an, ob die Ware den vereinbarten und gesetzlich erwarteten Anforderungen entspricht. Der Käufer kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen zunächst Nacherfüllung verlangen, also Reparatur oder Ersatz. Weitere Rechte wie Rücktritt oder Minderung können folgen, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Bei neuen Waren verjähren Mängelansprüche grundsätzlich in zwei Jahren ab Ablieferung. Zeigt sich der Mangel innerhalb eines Jahres, wird im Verbrauchsgüterkauf grundsätzlich vermutet, dass er schon bei Übergabe vorlag. Das kann der Verkäufer widerlegen, wenn die gesetzliche Ausnahme greift. Praktisch solltest du mit deinem Lieferanten vorab festlegen, wie schnell er Ersatz liefert, wer Rücksendekosten trägt und wie du Belege und Fotos sammelst.

Die Zusage eines Lieferanten ist keine Lösung für deinen Kunden. Wenn der Lieferant eine Reklamation ablehnt oder nicht reagiert, bleibt dein Kunde trotzdem dein Vertragspartner. Prüfe darum Muster, Verpackung und Produktbeschreibung. Bei Elektronik, Kosmetik, Spielzeug oder Produkten mit Gesundheitsbezug ist eine Lieferantenprüfung besonders wichtig.

Wie läuft der Widerruf?

Bei einem Fernabsatzkauf können Verbraucher ihre Bestellung in der Regel innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Die Frist beginnt beim Warenkauf grundsätzlich mit Erhalt der Ware. Der Kunde muss keinen Grund nennen. Eine Widerrufsbelehrung und der richtige Umgang mit Rücksendung und Erstattung gehören deshalb in deinen Ablauf.

Dass der Lieferant erst nach der Bestellung versendet, hebt dieses Recht nicht auf. Auch ein gewöhnliches Produkt, das erst nach einer Bestellung aus einem Lager geholt oder bedruckt wird, ist nicht automatisch vom Widerruf ausgeschlossen. Eine Ausnahme kann für Waren gelten, die nach Kundenspezifikation angefertigt oder eindeutig auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Voraussetzungen stehen in § 312g Absatz 2 Nummer 1 BGB.

Seit dem 19. Juni 2026 müssen viele Onlinehändler auf der Online-Benutzeroberfläche zusätzlich eine elektronische Widerrufsfunktion bereitstellen. Die genaue Pflicht richtet sich nach dem Vertrag und der Benutzeroberfläche. Prüfe für deinen Shop, ob die gesetzliche Regel greift. Die Funktion muss gut sichtbar und leicht erreichbar sein. Deine Widerrufsbelehrung allein ersetzt sie dann nicht.

Was musst du bei Produktsicherheit beachten?

Du darfst keine Produkte verkaufen, die den geltenden Sicherheitsanforderungen widersprechen. Die EU-Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988 gilt seit dem 13. Dezember 2024. Sie erfasst viele Verbraucherprodukte und verpflichtet die beteiligten Wirtschaftsakteure zu Sicherheits- und Informationspflichten.

Bei einem Onlineangebot müssen unter anderem Angaben zur Identifizierung des Produkts, zum Hersteller und zu erforderlichen Warn- und Sicherheitsinformationen klar sichtbar sein. Sitzt der Hersteller außerhalb der EU, muss es für erfasste Produkte eine verantwortliche Person in der EU geben. Auch deren Name und Kontaktdaten gehören in den gesetzlich geforderten Fällen ins Angebot. Frag deinen Lieferanten nach diesen Angaben und den Unterlagen zum konkreten Produkt, bevor du es einstellst.

Bei eigener Marke oder direktem Import können zusätzliche Pflichten auf dich zukommen. Ein Lieferant, der eine Produktseite mit allgemeinen Aussagen schickt, ist kein Nachweis für die Sicherheit deines konkreten Artikels. Lass dir Produktidentifikation, Herstellerkontakt, EU-verantwortliche Person und nötige Sicherheitsinformationen schriftlich geben. Kann der Lieferant das nicht liefern, nimm das Produkt nicht ins Sortiment.

Was gilt für Verpackung und LUCID?

Verpackungspflichten hängen davon ab, wer die jeweilige Verpackung in Deutschland erstmals bereitstellt und welche Rolle du in der Lieferkette hast. Seit dem 12. August 2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung (EU) 2025/40. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister erklärt die aktuellen Pflichten für den Versand- und Onlinehandel. Geh nicht davon aus, dass dein Lieferant durch den Versand automatisch auch alle Pflichten für dich übernimmt.

Kläre mit dem Lieferanten schriftlich, wer Produkt-, Verkaufs- und Versandverpackung stellt, wer die Verpackungsdaten kennt und wer sich registrieren oder an einem System beteiligen muss. Prüfe außerdem, ob dein Unternehmen im Verpackungsregister LUCID registriert sein muss. Für Verpackungen, die einer Systembeteiligung unterliegen, können zusätzliche Pflichten zur Finanzierung des Recyclings und zur Mengenmeldung gelten. Die ZSVR beschreibt das Verfahren und die Rollen auf ihrer Website.

Die Verpackungsregeln ändern sich 2026 durch den Wechsel zur EU-Verordnung. Verwende deshalb keine alte Checkliste als alleinige Entscheidungsgrundlage. Frage die ZSVR oder deine IHK, wenn sich aus deinem Versandweg und deiner Rolle keine klare Antwort ergibt. Dokumentiere die Absprachen, auch wenn der Lieferant den Versand praktisch übernimmt.

Was ist vor dem Verkauf außerdem zu erledigen?

Ein gewerblicher Dropshipping-Shop braucht die üblichen Grundlagen für einen Onlinehandel, zum Beispiel eine Gewerbeanmeldung, steuerliche Erfassung, ein korrektes Impressum und klare Preis- und Versandinformationen. Prüfe auch, ob deine Beschäftigung nebenher mit deinem Arbeitsvertrag vereinbar ist. Die Anmeldung eines Kleingewerbes ist ein eigener Schritt, ersetzt aber weder Steuererfassung noch Verbraucherinformationen.

Für die Umsatzsteuer kommt es auf deine steuerliche Situation an. Stand 2026 darf dein Gesamtumsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betragen haben und im laufenden Kalenderjahr 100.000 Euro nicht überschreiten, damit die Steuerbefreiung nach § 19 UStG greift. Die Kleinunternehmerregelung ist keine Erlaubnis, Steuern oder Buchführung zu ignorieren und befreit dich auch nicht automatisch von Einfuhrumsatzsteuer. Lies die Details zu Umsatzsteuer als Kleinunternehmer und kläre grenzüberschreitende Verkäufe mit einer Steuerberatung oder dem Finanzamt.

Eine Betriebshaftpflicht deckt nicht automatisch jedes Risiko aus Onlinehandel oder Produktschäden ab. Prüfe den Versicherungsumfang, bevor du dich darauf verlässt. Die Übersicht zur Betriebshaftpflicht fürs Kleingewerbe hilft dir, die richtigen Fragen zu stellen.

Was unterscheidet Lieferanten in der EU und in China?

Ein Lieferant in der EU kann die Abwicklung für deutsche Bestellungen vereinfachen, während ein Lieferant in China meist zusätzliche Fragen zu Lieferzeit, Einfuhr und Zuständigkeiten aufwirft. Der Standort allein ist kein Qualitätsmerkmal. Du musst Produkt, Lieferweg, Rücksendung und Unterlagen konkret prüfen.

Thema Lieferant mit Ware in der EU Lieferant mit Versand aus China
Lieferweg Versand innerhalb der EU, wenn die Ware dort bereits eingeführt und gelagert ist Direkte Einfuhr in die EU, wenn der Artikel aus China an den Kunden geht
Einfuhrabgaben Bei bereits verzollter Ware aus einem EU-Lager fällt für die einzelne Kundenlieferung normalerweise kein neuer Import an Zuständigkeit für Zollanmeldung, Einfuhrumsatzsteuer und mögliche Zölle muss vorab geklärt sein
Lieferzeit Kann kürzer sein, hängt aber von Lager und Dienstleister ab Kann länger und schwankender sein, prüfe reale Laufzeiten und Rücksendungen
Produktsicherheit EU-Lager bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt alle Regeln erfüllt Fordere Herstellerangaben und Kontaktdaten der verantwortlichen Person in der EU an
Verpackung Prüfe, wer die Verpackung in Deutschland bereitstellt und Pflichten erfüllt Kläre, wer Importeur ist und wer für Verpackungsregistrierung und Mengen verantwortlich ist
Retouren Eine EU-Rücksendeadresse kann die Abwicklung vereinfachen Eine Rücksendung nach China kann teuer und organisatorisch schwierig sein

Seit dem 1. Juli 2026 gilt für E-Commerce-Sendungen aus Drittländern im Fernabsatz mit einem Wert bis 150 Euro ein vorübergehender Pauschalzoll von 3 Euro je Warenkategorie, also je angemeldeter Position der Zollanmeldung. Die Regel ist bis zum 1. Juli 2028 befristet. Das ist keine allgemeine Versandpauschale pro Paket. Die genaue Berechnung richtet sich nach der zolltariflichen Einordnung. Nach jetzigem Stand kommt ab dem 1. November 2026 eine Abfertigungspauschale von 2 Euro je Warenkategorie hinzu, die laut Zoll noch nicht abschließend beschlossen ist. Ab diesem Datum verlangt der Zoll bei Sendungen bis 150 Euro außerdem eine Produktkennung wie Artikelnummer oder EAN in der Zollanmeldung. Prüfe mit deinem Lieferanten oder Zollspediteur, ob die Regel deinen Lieferweg betrifft und in welchem Preis sie enthalten ist.

Einfuhrumsatzsteuer ist davon zu unterscheiden. Die frühere Befreiung für sehr geringwertige Einfuhren wurde bereits 2021 abgeschafft. Waren aus Drittstaaten können daher auch bei kleinen Sendungen Einfuhrumsatzsteuer auslösen. Ob der Lieferant, ein Versanddienstleister, ein Marktplatz oder du sie abführt, hängt von der konkreten Liefer- und Verkaufskonstellation ab. Halte fest, wer Importeur ist und ob der Preis Abgaben und Zollabwicklung umfasst.

Frag nicht nur: „Verschickst du nach Deutschland?“ Frag genauer. Aus welchem Lager kommt der Artikel? Wer ist Importeur? Wie wird die Einfuhr angemeldet? Wer trägt die Abgaben? Wohin gehen Rücksendungen? Was passiert bei einem verlorenen Paket? Wenn dein Anbieter diese Punkte nur vage beantwortet, kennst du deine tatsächlichen Kosten und Pflichten noch nicht.

Was bleibt von einem Verkauf übrig?

Was von einem Verkauf übrig bleibt, ist der Umsatz abzüglich Einkauf, Versand, Gebühren, Werbung, Rücksendungen und Steuern. Für das folgende Rechenbeispiel nehme ich einen Shop, der die Kleinunternehmerregelung nutzt und von einem EU-Lager ohne zusätzliche Einfuhrabgaben beliefert wird. Alle Kosten sind angenommene Bruttowerte, keine Anbieterpreise oder Marktstatistik.

Position im Rechenbeispiel Betrag
Verkaufspreis inklusive Versand 39,90 €
Einkauf und Versand des Lieferanten −19,00 €
Zahlungs- und Shopgebühren, angenommen −2,50 €
Werbung je Bestellung, angenommen −6,00 €
Rücksendungs- und Erstattungsreserve −3,00 €
Übrig vor Einkommensteuer und eigener Arbeitszeit 9,40 €

Die Rechnung ist einfach: 39,90 Euro minus 19 Euro minus 2,50 Euro minus 6 Euro minus 3 Euro ergibt 9,40 Euro. Daraus bezahlst du noch deine Arbeitszeit, laufende Software oder Beratung und gegebenenfalls weitere Kosten. Die Reserve ist nur ein Planwert. Was tatsächlich anfällt, hängt von Produkt, Zahlungsanbieter, Shop und Rücksendungen ab.

Im Beispiel wirkt eine Bestellung erst einmal ordentlich. Rechne jetzt deine Zeit dazu. Wenn du für Produktprüfung, Werbung, Lieferantenkontakt und drei Kundenanfragen insgesamt eine Stunde gebraucht hast, sind 9,40 Euro noch kein Gewinn, der sich mit einem passiven Einkommen vergleichen lässt. Und der tatsächliche Aufwand kann sich auf viele Bestellungen verteilen oder mit einem einzigen Reklamationsfall steigen.

Typische Rechenfehler beim Dropshipping

Die eigene Arbeitszeit fehlt in der Rechnung.
Zähle Produktprüfung, Werbung, Lieferantenkontakt und Kundenanfragen mit.
Rücksendungen kommen nicht vor.
Plane eine Reserve für Rückerstattungen ein.
Der billigste Lieferant gewinnt.
Vergleiche Musterbestellung, Versand und erreichbaren Support.
Zahlungstermine bleiben unbeachtet.
Halte einen Puffer bereit, wenn der Lieferant vor der Auszahlung deines Umsatzes Geld bekommt.

Ist die Kalkulation nur positiv, wenn nie etwas schiefgeht, ist sie zu knapp.

Mach für jedes Produkt deine eigene Kalkulation. Nimm den Preis, den Kunden wirklich bezahlen, addiere alle Kosten und plane Rückerstattungen ein. Prüfe auch, wann du dem Lieferanten zahlen musst und wann dein Zahlungsanbieter dir den Umsatz auszahlt. Wenn das Geld erst später kommt, brauchst du einen Puffer für die Vorfinanzierung.

Senke die Kosten nicht auf gut Glück. Ein scheinbar günstiger Lieferant kann durch lange Lieferzeit, viele Reklamationen oder hohe Rücksendekosten teuer werden. Vergleiche Musterbestellung, Versand und erreichbaren Support. Ist die Kalkulation nur dann positiv, wenn nie etwas schiefgeht? Dann ist sie zu knapp.

Für wen kann Dropshipping trotzdem passen?

Dropshipping kann passen, wenn du eine konkrete Zielgruppe kennst, einen verlässlichen Lieferanten findest und genug Zeit für Verkauf und Service einplanst. Es eignet sich eher als Handelsgeschäft, das du aktiv aufbaust, als als schneller Test auf automatisches Einkommen.

Ein passender Startpunkt wäre, wenn du bereits weißt, welche Produkte oder Probleme du bedienen willst. Vielleicht kennst du dich in einer Nische aus oder hast Zugang zu einem Lieferanten, der verlässliche Daten, Muster und klare Vertragsbedingungen liefert. Dein Vorteil muss für den Kunden sichtbar sein. Das kann eine sorgfältige Produktauswahl, hilfreiche Beratung oder ein besonderes Sortiment sein.

Passt Dropshipping zu dir?

  • Passt Du kennst eine konkrete Zielgruppe, hast einen verlässlichen Lieferanten mit Mustern und klaren Bedingungen und planst Zeit für Verkauf und Service ein.
  • Erst klären Du weißt noch nicht, welche Produkte oder Probleme du bedienen willst, oder dein Lieferant liefert Daten und Unterlagen nur vage.
  • Passt schlecht Dir fehlen Geld für Muster und erste Werbetests, Zeit für Reklamationen oder die Lust auf Kundenkontakt.

Es passt schlechter, wenn du weder Geld für Muster und erste Werbetests zurücklegen kannst noch Zeit für Reklamationen hast. Auch wenn du ungern mit Kunden kommunizierst, wird es anstrengend. Dropshipping nimmt dir Lagerarbeit ab. Es nimmt dir nicht den Kontakt mit Menschen ab.

Prüfliste vor dem ersten Angebot

Bevor du Produkte veröffentlichst, prüfe Lieferant, Kosten und Rechtspflichten. Das dauert länger als ein Produkt zu importieren, spart dir aber böse Überraschungen. Geh die Punkte der Reihe nach durch:

  1. Bestelle ein Muster und prüfe Verarbeitung, Verpackung und Produktangaben.
  2. Lass dir Lagerstand, Versanddauer und Rücksendeadresse schriftlich bestätigen.
  3. Frage nach Herstellerdaten, Produktidentifikation, Warnhinweisen und verantwortlicher Person in der EU, falls erforderlich.
  4. Kläre schriftlich, wer Importeur ist und wer Einfuhr, Umsatzsteuer und Zollanmeldung organisiert.
  5. Kläre, wer Verpackungen bereitstellt und ob du LUCID- oder weitere Verpackungspflichten erfüllen musst.
  6. Rechne Shopgebühren, Zahlungsgebühren, Werbung und Rücksendungen mit ein.
  7. Richte Widerruf, Reklamationen, Impressum und Produktinformationen korrekt ein.
  8. Plane wöchentliche Zeit für Bestellungen, Nachrichten und Buchhaltung ein.

Starte erst mit wenigen Produkten. So kannst du prüfen, ob Lieferant und Nachfrage tragen, bevor du weitere Baustellen aufmachst. Sprich mit deiner IHK, dem Finanzamt oder einer steuerlichen Beratung, wenn du bei Anmeldung, Einfuhr oder Umsatzsteuer einen konkreten Einzelfall hast.

Häufige Fragen

Die häufigsten Fragen drehen sich um Lagerhaltung, Gewinn und Verantwortung. Hier sind die wichtigsten Antworten für deinen Start.

Muss ich beim Dropshipping ein Lager haben?

Nein, bei Dropshipping lagert und verschickt normalerweise dein Lieferant die Ware. Du brauchst aber einen verlässlichen Überblick über den Bestand und die Lieferzeit. Sonst verkaufst du womöglich Produkte, die gar nicht verfügbar sind.

Wer haftet, wenn die Ware nicht ankommt?

Dein Kunde hat den Kaufvertrag mit dir geschlossen und wendet sich deshalb zunächst an dich. Kläre mit dem Lieferanten, wie Sendungsverfolgung, Ersatzlieferung und Verlustmeldung ablaufen. Die Pflicht, den Kunden zu informieren und den Fall zu bearbeiten, bleibt bei deinem Shop.

Gilt das Widerrufsrecht auch bei Dropshipping?

Ja, bei Onlinekäufen gilt in der Regel ein 14-tägiges Widerrufsrecht ab Erhalt der Ware. Eine individuelle Sonderanfertigung kann unter gesetzlichen Voraussetzungen ausgenommen sein. Der Versand direkt vom Lieferanten beseitigt das Widerrufsrecht nicht.

Muss ich mich in LUCID registrieren?

Das hängt davon ab, welche Verpackungen du in Deutschland erstmals bereitstellst und welche Rolle du nach den geltenden Verpackungsregeln hast. Ein Dropshipping-Lieferant übernimmt deine Pflichten nicht automatisch. Kläre den konkreten Versandweg und prüfe die aktuellen Informationen der Zentralen Stelle Verpackungsregister.

Was ändert sich 2026 beim Zoll für kleine Sendungen?

Seit dem 1. Juli 2026 gilt für E-Commerce-Sendungen bis 150 Euro aus Drittländern ein befristeter Pauschalzoll von 3 Euro je Warenkategorie. Ab dem 1. November 2026 ist zusätzlich eine Abfertigungspauschale von 2 Euro je Warenkategorie geplant. Ob er in deinem Liefermodell anfällt und wie er abgeführt wird, muss dein Lieferant oder Zollspediteur für den konkreten Fall klären. Einfuhrumsatzsteuer ist davon getrennt zu betrachten.

Kann ich Dropshipping nebenberuflich machen?

Grundsätzlich kannst du einen Shop neben deinem Job aufbauen, wenn du die Tätigkeit anmeldest und deine arbeitsvertraglichen Pflichten beachtest. Plane Zeit für Nachrichten, Bestellkontrolle und Rückgaben ein. Auch wenn der Lieferant verschickt, kann ein Kunde am Wochenende eine Antwort brauchen.

Brauche ich für Dropshipping ein Gewerbe?

Wenn du dauerhaft und mit Gewinnerzielungsabsicht Waren verkaufst, ist das in der Regel eine gewerbliche Tätigkeit. Die genaue Einordnung hängt von deinem Vorhaben ab. Kläre Anmeldung und steuerliche Erfassung mit Gewerbeamt, Finanzamt oder IHK.

Dein nächster Schritt

Such dir heute ein mögliches Produkt aus und frage den Lieferanten nach Muster, Lager, Rücksendung und EU-Verantwortlichen. Rechne alle Kosten bis zu einer Bestellung durch. Wenn dir eine dieser Antworten fehlt, warte mit dem Shopstart und kläre sie erst.

Quellen